Kleine Geschichte
der Kirchengemeinde Wahrenholz
Wahrenholz
wird in den ältesten Urkunden
Virinholt, Vyrinholt oder Vorinholt genannt.
Die Bedeutung des Namens
ist unklar. Die Gegend war bereits in der
Jungsteinzeit (4000 - 2000 v.
Chr.) dünn besiedelt. Die eigentliche
Geschichte von Wahrenholz
beginnt um das Jahr 994 n. Chr., als Bischof
Bernward von Hildesheim
eine Reihe von Grenzbefestigungen anlegte, um
die Ostgrenze seines
Bistums vor den Wenden zu schützen. Eine
dieser Burgen befand sich
in der Nähe der Mühle am Ostufer der
Ise. Dort ließ
Bischof Bernward auch eine Kapelle des Hl.
Lambert errichten.
Bischof Konrad von Hildesheim (1221 - 1246)
trennte das Kirchspiel
Wahrenholz von der Archidiakonatskirche
Hankensbüttel.
Wahrscheinlich ließ er den unteren,
gotischen Teil des Kirchturms
erbauen, an den später ein steinernes
Kirchenschiff angebaut
wurde. Aus dieser Zeit stammt die Uhrglocke,
die noch in Betrieb ist
und die Viertelstunden schlägt, und der
Taufstein, der jetzt im
Turmeingang steht. Die Kirche wurde nach dem
Hl. Nikolaus, Bischof von
Myra, und der Hl. Katharina, einer
Märtyerin Anfang des 14.
Jahrhunderts, St. Nicolai- und
Catharinen-Kirche benannt.
1528 wird die Reformation in Wahrenholz
eingeführt. Der letzte
Mönch, der hier eine Messe las, verirrte
sich in einem kalten,
schneereichen Winter auf dem Heimweg nach
Hankensbüttel und
erfror.
An ihn erinnert das “Mönchskreuz” im
Großen Leu. Daraufhin
wurde
Wilcken Gardner als erster lutherischer Pastor
nach Wahrenholz berufen.
Um 1600 stirbt mehr als die Häfte der
Einwohner an der Pest. In
der Zeit des Dreißigjährigen
Krieges (1618 - 1648) wird die
Kirche
ausgeraubt und verwüstet. 1661 brennt das
Pfarrhaus ab, dadurch
gehen die Kirchenbücher verloren.
Kirchliche Eintragungen sind
erst
ab dem Jahr 1687 zu finden. Unter Pastor
Hartge wurde 1724 ein neues
Pfarrhaus gebaut, das bis 1970 stand. Von 1822
- 1824 wird das
Kirchenschiff wegen Baufälligkeit von
Grund auf neu erbaut. Die
Baukosten beliefen sich 21.000 Reichstaler. Am
19. Mai 1826
vernichtet ein Brand zwölf
Bauernhöfe. Die Hermannsburger
Erweckungsbewegung findet unter Pastor
Christian Achilles (1880 - 1900)
Raum in der Gemeinde. Eine Frucht dieser
Bewegung ist der Posaunenchor
Betzhorn, der 1881 von Lehrer Mühe
gegründet wurde. Bis heute
engagiert sich die Kirchengemeinde für
das Ev. luth. Missionswerk
in Hermannsburg.
1862 - 1864 werden der Kirchturm nach dem
Entwurf von Baurat Hase und
1903 / 04 der Altarraum erweitert und die
Emporen eingebaut. Der
Kanzelaltar zeigt auf der Vorderseite vier
Bilder nach Schnorr von
Carolsfeld: die Bergpredigt (unter der
Kanzel), der Gekreuzigte (in der
Mitte), Opferszene von Kain und Abel (unten
links), Opferung Isaaks
(unten rechts). An den Seitenwänden sind
Petrus mit dem
Himmelsschlüsel und Paulus mit dem
Schwert des Glaubens zu sehen.
Der Altar wurde bei der Restaurierung 1984
wieder in den
ursprünglichen naturfarbenen Zustand
zurükversetzt.
Bei Renovierungsarbeiten kam es am 26. August
1982 zu einem schweren
Unfall, an den das Glasfenster von Helge Breig
in der
Schießscharte im Turmeingang erinnert.
Erwähnt werden sollen auch die letzten
Pastoren, die der Gemeinde
viele Jahre treu dienten und sie entscheidend
prägten: Pastor
Wilhelm Werthmann (1936 – 1970), Pastor
Friedrich Weseloh (1971 – 1997)
und Pastor Hans-Ulrich Kruse (1997 – 2009).
Seit August 2009 ist
Lars-Uwe Kremer als Pastor in Wahrenholz,
nachdem er drei Jahre lang in
einer Innenstadtgemeinde in Bremerhaven
tätig war.
Die Kirchengemeinde ist bemüht, ihre
guten Traditionen zu bewahren
und sich gleichzeitig den Herausforderungen
der heutigen Zeit zu
stellen. Bemerkenswert ist das ehrenamtliche
Engagement von vielen
Jugendlichen und Erwachsenen und die gute
Qualität der
Kirchenmusik.
Die Kirche ist das ganze Jahr über in der
Zeit von 10 bis 16 Uhr
für Besichtigung und persönliche
Stille geöffnet.
Wochenschlussandachten finden sonnabends um 17
Uhr (während der
Winterzeit) bzw. um 18 Uhr (während der
Sommerzeit) statt.
Der Sonntagsgottesdienst beginnt um 10 Uhr,
Kinder im Alter von 5 bis
11 Jahren treffen sich ebenfalls um 10 Uhr in
der Kirche und setzen
dann ihren Kindergottesdienst im
Küsterhaus fort.
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